Gehen Sie doch mal auf Zeitreise! Rund 25.000 Burgen und Schlösser in Deutschland lassen Erinnerungen an Rittertum und Prinzessinnen, an Schlachten und aristokratischen Glamour lebendig werden. Drei besonders eindrucksvolle Orte haben wir für Sie besucht.
Seit 800 Jahren sitzt die Leuchtenburg weit sichtbar hoch über dem Saaletal und dem thüringischen Örtchen Seitenroda. Ihre Vergangenheit war, nun ja, bewegt, und umschließt die Nutzung als Armen-, Irren- und Zuchthaus. Doch schon seit 100 Jahren wird sie vor allem aus touristischen Gründen besucht: Zwischen Bergfried und Ringmauer herrscht schönste Mittelalter-Atmosphäre, und in der interaktiven Dauerausstellung wird die Burggeschichte äußerst spannend vermittelt. Vor allem aber ist die Leuchtenburg Sitz der sogenannten Porzellanwelten, einem Museum, in dem der auf 3.000 Quadratmetern und in sieben Erlebnisräumen Thüringer Porzellangeschichte erzählt wird – interaktiv, bunt und extrem innovativ!
Besonderer Tipp: Vom 20 Meter langen Skywalk – auch „Steg der Wünsche“ genannt – dürfen Sie ein mit einem persönlichen Wunsch beschriebenes Stück Porzellan in die Tiefe schleudern. Klappt bestimmt, denn Scherben bringen Glück!
Wer nicht wusste, dass der bayerische König Ludwig II. ein großer Verehrer des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. war, dem eröffnet sich das spätestens auf der im oberbayerischen Chiemsee gelegenen Herreninsel: Schloss Herrenchiemsee, das der bayerische „Kini“ dort Ende des 19. Jahrhunderts bauen ließ, ist eine ziemlich exakte Kopie von Schloss Versailles. Hier und da ist es sogar noch prunkvoller geraten als das Original: etwa im Großen Spiegelsaal, der 98 Meter länger ist als das französische Vorbild. Ganz zu schweigen von den 33 prächtigen Kristalllüstern dort, die der bayerische Märchenkönig jeden Abend entzünden ließ.
Besonderer Tipp: Bei den Herrenchiemsee Festspielen im Sommer finden Konzerte im Spiegelsaal statt. Und das Personal trägt Livree!
Das Heidelberger Schloss, um 1300 herum erbaut und vom Brand nach einem Blitzschlag im Jahr 1764 zerstört, ist der Beweis: Niemand muss perfekt sein, um geliebt zu werden. Im Gegenteil! Als romantischste Ruine weit und breit zieht das Schloss, das majestätisch über der Heidelberger Altstadt thront, Gäste aus aller Welt an. Efeuumrankte Mauern, Türmchen und Renaissanceelemente haben schließlich auch dann ihre Reize, wenn das Dach fehlt. Nur der reich geschmückte Friedrichsbau wurde Ende des 19. Jahrhunderts im alten Stil wieder instand gesetzt; hier können eingerichtete Räumlichkeiten besichtigt werden.
Besonderer Tipp: Immer samstags wird die Kostümführung „Leben bei Hofe“ angeboten. Als Guide fungieren Magd oder Hofdame.
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