{{postCount}} Freediving – Halt mal die Luft an!
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Was Neues wagen

Freediving – Halt mal die Luft an!

Mit nur einem Atemzug in die Tiefen der Weltmeere: Apnoetaucherin Anna von Boetticher liebt es, neue Grenzen auszuloten

Anna von Boetticher hat tief eingeatmet, schwimmt jetzt aktiv nach unten. In 30 Metern Tiefe schließt sie die Augen. Der freie Fall beginnt. Anna ruht jetzt ganz in sich, ist nur auf den Druckausgleich konzentriert, sinkt tiefer und tiefer, bis auf 81 Meter. Das ist ihr Rekord. Erst ganz unten öffnet sie die Augen – und ein besonderes Gefühl setzt ein. Ein Gefühl von Freiheit und Schwerelosigkeit, dazu das geheimnisvolle Licht einer Welt, wo der Mensch eigentlich nicht hingehört.

Perlen- und Schwammtaucher machen es vor

„Jedes Mal ist das ein sensationeller Moment. Ich nehme den Raum in mir auf und staune, was ich sehe, fühle und höre“, schwärmt Deutschlands bekannteste Freediverin. In Zypern, wo das Wasser glasklar ist, umgaben sie Tausende durchsichtiger Quallen. „Sie sahen aus wie schwebende Aliens, und ich wusste, dass sie ungefährlich sind. Es war wunderschön“, erinnert sie sich. Schon in ihrer Jugend wollte die gebürtige Oberbayerin das Meer entdecken. „Mich hat es schon immer gereizt, unter die Oberfläche zu blicken“, meint Anna.

Perlen- und Schwammtaucher tauchen seit uralten Zeiten nur mit der Luft in ihren Lungen. In den 1940er-Jahren entstand daraus die Sportart Freitauchen oder Freediving, eine Mischung aus Sport, Meditation und Naturerlebnis, für die sich immer mehr Menschen begeistern. So wie Anna, die mit 17 Jahren mit dem Flaschentauchen begonnen und später als Dive Instructor gearbeitet hatte – bevor sie sich bei einem Grundkurs in Apnoetauchen für dieses neue Erlebnis begeisterte: weil es das Bewegen unter Wasser ohne einschränkende Ausrüstung und den unmittelbaren Kontakt mit der Unterwasserwelt ermöglicht. Und weil es innere Ruhe, Konzentration, Atemkontrolle und Körperwahrnehmung brachte. Fast jeder könne Freediving lernen, findet Anna. „Alter und Fitness sind nicht so wichtig, mentale Stärke zählt viel mehr.“ Und natürlich, dass man einen zertifizierten Kurs besucht habe, wie er oft in Urlaubsregionen angeboten wird.

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Die Artenvielfalt unter Wasser ist spektakulär
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Beeindruckend: Ein Oktopus gleitet durch das klare Wasser vor beeindruckender Kulisse
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Faszinierend: Ein Freediver schwimmt an einem dichten Fischschwarm vorbei
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Respektvolle Begegnung: Ein Freediver und ein Hai teilen sich den Meeresboden

Auf zu neuen, schönen Unterwasserzielen

Dass die 54-Jährige unter Wasser jederzeit ruhig, fokussiert, willensstark bleibt, hat ihr viele Tauchrekorde und -titel eingebracht. Doch die sind ihr längst nicht mehr wichtig. Lieber möchte sie noch mehr Unterwasserwelten entdecken. Einige der schönsten Apnoeziele wie Mexiko, Thailand und Ägypten kennt sie bereits. „Einer meiner Lieblings­plätze sind die Cenoten, die heiligen Unterwasserhöhlen der Maya auf der Halbinsel Yucatán. Eine wundersame Märchenwelt, in der man in 30 Metern Tiefe das Gefühl hat, auf Wolken zuzutauchen“, schwärmt sie. Ihr Tipp für alle, die in wenigen Flugstunden am Ziel sein wollen, ist das Rote Meer. „Der Kontrast der Gold- und Brauntöne der Wüste über Wasser und der Farbexplosionen und des Artenreichtums unter Wasser ist einzigartig.“

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