{{postCount}} Showtime auf der Blumeninsel
©stock.adobe.com/Alex Yeung

 

Madeira

Showtime auf der Blumeninsel

Madeira muss man sich vorstellen wie ein Konzert von Superstar Taylor Swift: immer wieder ein neuer toller Auftritt, eine andere Szenerie. Mal ist es heiß, mal steigt Nebel auf. Die perfekte Mischung aus Action und Genuss. Mit Guter-Laune-Garantie!

Die portugiesische Vulkaninsel im Atlantik ist etwas kleiner als Hamburg, aber so vielschichtig, als steckte ein ganzer Kontinent in ihr. Zwischen triefnassem Nebelwald im Inselinneren und wüstenhafter Trockenheit im Osten liegen nicht einmal 50 Kilometer Luftlinie. Am besten erlebt man Madeiras naturgemachtes Showprogramm auf einer Tour im Uhrzeigersinn. Wir starten im Nordwesten. Im Küstenort Porto Moniz gibt es Naturpools aus Vulkangestein. Geflutet werden sie von Atlantikwasser, das über die Felsen schwappt. Nichts wie rein! Wir schwimmen bis zum Außenrand und genießen die Illusion, in der unendlichen Weite des Atlantiks zu baden.

Mannshohe Hortensien am Straßenrand

Durch und durch erfrischt, fahren wir an der Nordküste Richtung Osten. Erst rauben uns abenteuerliche Klippen den Atem, dann staunen wir über die Pflanzenwelt rechts und links der Straße. Der feuchtwarme Inselnorden ist äußerst fruchtbar. In freier Natur wuchern Hortensien mannshoch – ihre Blütenbälle ziehen sich am Straßenrand entlang wie rosa und blaue Leitplanken. Den prallen Kontrast zum satten Grün erleben wir im äußersten Osten: Die Sonne brennt auf die Halbinsel Ponta de São Lourenço, die sich wie eine Schlangenzunge in den Atlantik streckt. Wir wandern auf einem schattenlosen Rundweg. Spektakuläre Kliffs, baumloses felsiges Land, wüstenhafte Trockenheit. Nach einer Weile haben unsere Schritte den langsamen Takt einer Ballade, und wir sind froh, dass wir zwei Flaschen Wasser eingesteckt haben. Nach dieser schweißtreibenden Tour machen wir die Biege zur Südküste. Unser Ziel ist Funchal, Madeiras Haupt- und Hafenstadt. Und Heimat eines Botanischen Gartens, der uns mit seinen über 2.000 exotischen Pflanzenarten aus aller Welt einen regelrechten Farb- und Blütenrausch beschert. Dann schlendern wir auf der von Palmen gesäumten Uferpromenade in Richtung Altstadt. In der großen Markthalle versuchen die Händler wortreich, uns frischen Fisch oder heimische Früchte wie Bananenmaracuja zu verkaufen – hier und da dürfen wir ein Stückchen probieren. Das macht Appetit, und entsprechend hungrig setzen wir uns später im Zwei-Sterne-Restaurant „Gallo d‘Oro“ zu Tisch. Die Espetata, auf einem Lorbeerholzspieß gebratenes Rindfleisch, gibt es hier mit Seta-Pilzen und präsentiert wie eine moderne Skulptur.

©stock.adobe.com/boivinnicolas
Bunte Flower-Power im Botanischen Garten der Hauptstadt Funchal
©stock.adobe.com/Anna Lurye
Meeressport und Meeresfrüchte: Madeira hat alles
©stock.adobe.com/dennisvdwater
Paul do Mar heißt der coolste Surfspot der Insel

Atemberaubende Aussicht vom Skywalk

Am nächsten Vormittag genießen wir weiter – mit den Augen. Wir stehen auf dem spektakulärsten Aussichtspunkt Madeiras. Das Cabo Girão nahe Câmara de Lobos ist das höchste Kap Europas und hat überdies eine durchsichtige, begehbare Plattform zu bieten. Uiuiui! Der Skywalk lässt uns 580 Meter in die Tiefe blicken und schenkt uns eine grandiose Aussicht über Funchal hinweg und auf die Weite des Meeres. Die Herzklopfmomente sind ein guter Auftakt für unseren Abstecher in die Insel­mitte. Richtung Fanal geht es zügig bergauf, und es kommt uns vor, als würden wir im Zeitraffer einen turbulenten Naturfilm sehen: erst Voralpengrün, dann windumtoste Steppe auf dem Hochplateau Paul da Serra. Schließlich dunkler Lorbeerwald. Am Forsthaus Fanal stapfen wir auf dem Wanderweg PR 13 Vereda do Fanal los – und bewegen uns bald tief in der botanischen Vergangenheit Europas. Was auf dem europäischen Festland nur noch als Fossilien existiert, wächst hier live und in Dinosauriergröße. Wir staunen über bizarre, windschiefe Bäume mit Ästen voller Moos und Flechten. Die Landschaft ist durchzogen von dichtem Nebel. Triefende Urnatur. Brusthohe Farne. Als uns der Nebel nach einer Stunde jegliche Sicht nimmt, kehren wir um. Grandios war es trotzdem. Zurück an der Küste kurven wir nach Paul do Mar im Südwesten weiter. Der Ort, der lässig zwischen Klippen und Wellen klemmt, ist der coolste Surfer-Treff der Insel. Palmen, Graffiti, Musik aus Lautsprecherboxen. Im „Maktub“, einer Kombi aus Restaurant und Bar, stoßen wir auf das Finale unserer Rundreise an. Konzerte enden gern mit einem Feuer­werk. Madeira toppt das mit orange- roten Farben am Himmel. Ein Sonnenuntergang wie eine Hymne.

©stock.adobe.com/Marc Stephan
Spektakulärer Schwebezustand: Skywalk von Cabo Girão

Hoteltipps Madeira

Anzeige

Werbeanzeige für Madeira