In dem behaglichen Spitzenrestaurant werden raffinierte Menüs aus regionalen Zutaten gezaubert. Extra-Beilage: der Blick auf den Vierwaldstättersee
Ganz schön selbstbewusst, dieser Ort mit gerade mal 86.000 Einwohnern: „Luzern gehört zu den schönsten Städten der Welt“, heißt es auf der Website der Stadt. Doch wenn man vom Gipfel des Hausbergs Pilatus darauf hinabblickt, glaubt man es aufs Wort. Allein die Lage ist phänomenal: Solange der Frühnebel über dem Tal liegt, ragen nur die Spitzen der umliegenden Berge wie Inseln aus einem Meer. Später taucht der glitzernde Vierwaldstättersee mit seinen fjordähnlichen Armen aus dem Dunst auf – am Ufer die Stadt. Beim Spaziergang durch ihre mittelalterlichen Gassen entdeckt man Bürgerhäuser mit kunstvoller Lüftlmalerei und historische Bauwerke wie die mit Gemälden dekorierte Kapellbrücke, die über die Reuss in die Neustadt führt. Und damit ziemlich direkt zum Restaurant Lucide. Seit Spitzenköchin Michèle Meier das Lokal 2019 übernahm, hat es 16 Punkte bei Gault-Millau und einen Michelin-Stern erhalten, was Luzern neben allem anderen auch noch zum Gourmetziel macht. Meier, die aus Bern stammt und schon seit über 20 Jahren in der Gegend lebt, hat den Standort bewusst gewählt: „Die Region rund um Luzern gefällt mir enorm. Die Kombination aus Bergen, See und Stadt macht sie extrem attraktiv. Außerdem mag ich die Menschen hier – ich fühlte mich sehr schnell wohl und aufgenommen.“
Die Gäste können in die offene Küche sehen
Als Gast im Lucide geht es einem ebenso. Die Atmosphäre ist stylish und elegant, aber trotzdem gemütlich. Man speist auf bequemen Sesseln an blumengeschmückten Tischen. An der Decke Designerlampen, an den Wänden dunkles Holz und – passend zum vor der Tür liegenden See – Tapeten mit fantasievoll gestalteten Wasserlebewesen. Während des Essens kann man zusehen, wie Köche und Köchinnen in der zum Gastraum hin offenen Küche mit chirurgischer Präzision filigrane kulinarische Kunstwerke zaubern. Die Gäste haben damit ein ganz anderes Genusserlebnis: Sie sehen, wie die Menschen in der Küche arbeiten, wie sie als Team funktionieren. Sie können mit ihnen in Kontakt treten und kurz Hallo sagen. Diese Form der Kommunikation – das lässt sich an den Gesichtern erkennen – macht allen Beteiligten Spaß! In ihrer Kindheit hat Michèle Meier selbst gerne in fremde Küchen gespäht: Ihre Taufpaten hatten eine Schweizer Gastwirtschaft, was die Köche dort taten, faszinierte sie. Heute orientieren sich die Menüs im Lucide eher am Stil der französischen Küche. Gerichte, die auf der Speisekarte schlicht Blumenkohl oder Dorade Royal heißen, entpuppen sich auf dem Teller als komplexe Köstlichkeiten. Im Fokus der Küche stehen hochwertige Produkte, der klare Geschmack der Komponenten und die Harmonie der Aromen. Eingekauft wird bewusst regional und saisonal. Und Nachhaltigkeit ist ganz wichtig.
Zum Essen der Blick auf die Stadtsilhouette
Auch die Location im Kultur- und Kongresszentrum KKL Luzern ist etwas Besonderes. Das Restaurant logiert im ersten Stock des von Jean Nouvel entworfenen Architektur-Highlights am Hauptbahnhof, das neben Restaurants und Bars auch eine Konzerthalle beherbergt. Für deren Besucher bietet das Lucide von 17 bis 19.30 Uhr ein eigenes Menü an. Und weil es um diese Zeit draußen noch hell ist, genießen die Gäste ein weiteres Erlebnis: den Blick durch die Panoramafenster auf den See und die Silhouette Luzerns. Kulinarischer Genuss und Sightseeing in einem. Schöner geht es kaum.
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